Die unendliche Null (German Edition)

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About

In Die unendliche Null: Aufsätze über das Nichts, die Unendlichkeit, die Zeit und die Welt entwickelt der Philosoph Alexis Karpouzos ein philosophisches Denken, das über die binären Oppositionen der westlichen Metaphysik hinauszugehen sucht: Sein und Nicht-Sein, endlich und unendlich, Subjekt und Objekt, Einheit und Vielheit, Ordnung und Chaos, Leben und Tod. Diese Oppositionen werden weder einfach verworfen noch in einer abschließenden Synthese versöhnt. Stattdessen hinterfragt das Buch die Strukturen des Denkens und der Sprache, die solche Trennungen hervorbringen, und fragt, ob die Welt jenseits der Forderung nach einer letzten Grundlage erreicht werden kann. Im Zentrum des Buches steht das Paradoxon der unendlichen Null. Die Null wird nicht als bloße Abwesenheit verstanden, noch die Unendlichkeit als endlose Quantität. Ihre Konvergenz öffnet sich hin zu einer dimensionslosen Ontologie und dem Abgrund des Nichts. Der Abgrund ist keine weitere metaphysische Grundlage oder kein erstes Prinzip, sondern eine Offenheit der Möglichkeiten, durch die Welten entstehen, sich verwandeln und verschwinden. Die Welt wird als offenes Ganzes begriffen, eine Vielheit von Welten in kontinuierlichem Werden, ohne absolutes Zentrum oder definitive Peripherie. Sphärische Raumzeit, zeitlose Zeit, spiralförmige oder helikale Zeit und das Pan-Chronische fordern die lineare Temporalität heraus und erlauben es den synchronen, diachronen, lokalen, planetaren und kosmischen Dimensionen der Zeit, aneinander teilzuhaben.

Zentral für dieses Denken ist der Rhythmus, die unsichtbare Bewegung, durch die Differenzen und Oppositionen koexistieren und sich verwandeln. Der diagonale Weg durchkreuzt die vom binären Denken etablierten Grenzen, während meta-ontologisches Denken, die Metaphysik der Offenheit und paradoxe Logik die Suche nach letzten Grundlagen in Frage stellen. Widerspruch, Ungewissheit und Unvollständigkeit offenbaren möglicherweise nicht bloß Defizite des Wissens, sondern die Grenzen jedes geschlossenen Systems. Aus dieser Perspektive entsteht offenes Denken: ein Denken, das dem Fragen treu bleibt, anstatt den Besitz endgültiger Wahrheit zu beanspruchen. Das Buch untersucht auch die Psychoanalyse und den Schatten der Vernunft, wo das Unbewusste die Souveränität des rationalen Subjekts herausfordert, und das kaleidoskopische Unsichtbare, wo Philosophien, Wissenschaften, Mythen und Kulturen als sich wandelnde Konfigurationen einer Welt erscheinen, die von keinem einzelnen Bild erschöpft werden kann. Wissen und Weisheit treten in einen Dialog: Wissen unterscheidet und analysiert, während Weisheit Grenzen und weitere Horizonte erkennt. Im Spiel der Welt koexistieren Notwendigkeit und Zufall, Ordnung und Schöpfung ohne einen äußeren Spieler. Die Welt ist weder ein perfekt determinierter Mechanismus noch sinnloses Chaos, sondern ein offenes Spiel von Transformationen und Möglichkeiten. Durch poiein und prattein werden Schöpfung und Handlung zu Formen der Teilhabe am Entstehen von Welten. Schöpferische Imagination öffnet Möglichkeiten für das, was werden kann. Hier begegnet die Philosophie der Poetizität des Kosmos, wo Konzept, Metapher, Imagination und Schweigen verschiedene Dimensionen der Welt offenbaren. Schließlich bewegen sich planetares Denken, universales Bewusstsein und die meta-humanistische Kondition über den Anthropozentrismus hinaus hin zu einem partizipatorischen Verständnis des Kosmos. Die Menschheit ist nicht länger das souveräne Zentrum der Welt, sondern ein Teilnehmer, Zeuge und vielleicht Bote innerhalb planetarer und kosmischer Prozesse. Die unendliche Null schlägt kein weiteres geschlossenes philosophisches System vor. Seine Konzepte sind Öffnungen: von der Grundlage hin zur Offenheit, von der Repräsentation hin zur Teilhabe, von der binären Opposition hin...

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